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Der Fluch des unsterblichen Volkes
 

Die Erinnerung an eine längst vergangene Zeit wurde in den Chroniken der Welt Feo niedergeschrieben, die als Rückblick in die große Epoche dient, die so genannte Ära des Wandels. In jenen Tagen verschuldeten die Menschen den Untergang von Sorgal Mitael Latunache, dem heiligen Baum der Dunkelelfen und lösten den Beginn eines blutigen Krieges zwischen den Rassen aus, die einmal friedlich nebeneinander existierten. Das Gefecht war nur von kurzer Dauer. Doch das Schlimmste war, dem Willen der Schwäche nachzugeben...

 

Der Pfeil, der in die Brust des Ältesten Fionius schlug, zeigte den Menschen die mangelnde Bereitschaft des stolzen Elfenvolkes zu verhandeln und daraufhin flogen Feuerkugeln aus den Katapulten von Leiton und verwandelten das Heer der Elfen in einen brennenden See. Die Grausamkeit und ungezügelte Leidenschaft für die Zerstörung hatte das menschliche Reich verschlungen. Der Krieg forderte Tausende von Menschenleben und vieles ist in Vergessenheit geraten. Denn eine Sache dieses kurzen aber heftigen Kampfes ist nicht in den Chroniken zu finden, da es nur wenigen bekannt war und in den Trümmern der Vergangenheit begraben wurde. Jahrhunderte später hat man sich an die schrecklichen Ereignisse jener Tage wieder erinnert...
 
 
Im Schutze der Nacht traten die erschöpften Dunkelelfen den langen Weg zum alten Tempel an, der in einem Ring von steilen Bergen versteckt vor neugieren Augen schützte. Die grauen Mäntel, die die großen stattlichen Körper der Krieger mit der Dunkelheit verschmelzen ließen wurden fallen gelassen - denn ihre Mission, die Königin und ihr Volk unversehrt zur heiligen Zuflucht zu begleiten, war erfüllt.
 
Mit großem Getöse fiel die riesige Steinbarriere, die als Tor diente nach unten und in diesem Augenblick verwandelte sich das Heiligtum in eine unzugängliche Festung.
 
Das blasse Licht des Mondes beleuchtet die düsteren, aber immer noch unglaublich schönen Gesichter der Elfen, in denen Schmerz und Verzweiflung geschrieben stehen. Auf der Flucht vor der Verfolgung der Menschen war die Königin und ihre Krieger gezwungen Zuflucht in den Mauern des antiken Tempels zu suchen. Doch sie haben das Vermächtnis ihrer Vorfahren außer Acht gelassen: denn die heilige Aura des Ortes wurde mit den Waffen in ihren Händen entweiht. Denn die, die Waffen tragen bringen den Tod und als sie diese mit in den Tempel nahmen, haben sie den Tod dorthin eingeladen. Sie haben ein ungeschriebenes Gesetz verletzt und dadurch verloren die Anhänger der dunklen Magie ihren Schutz. Sie brauchten mit keiner Hilfe zu rechnen, außer ihrer eigenen Kraft...
 
Die Krieger von Leiton folgten unerbitterlich den Anhängern der Königin.
 
Vielleicht hätte niemand das geheime Heiligtum der Dunkelelfen gefunden, aber die Flüchtigen hatten nicht die Zeit, ihre Spuren zu verwischen und so haben diese die Verfolger zu den hohen Bergen geführt. Einige Stunden vergingen, bis sie den schmalen Steinpfad fanden, der zur elfischen Zuflucht führte. Aber es reichte ihnen nicht, den Ort zu finden, an dem sich der Feind versteckt hatte. Sie mussten herausfinden, wie sie in das Innere gelangen. Mächtige Berge umringten die uneinnehmbare Festung und der einzige Zugang wurde durch eine undurchdringliche Barriere geschützt. Alles was die Menschen tun konnten, war eine anstrengende Belagerung in der Hoffnung, dass sich die Elfen, nachdem sie keine Lebensmittel mehr hatten, ergeben würden. Die Belagerer hatten die Zeit vergessen. Woche um Woche verging und der Feind dachte nicht daran, seine Bergfestung zu verlassen. Als sie erkannten, dass die Dunkelelfen lieber verhungern würden, als in die Hände ihrer Feinde zu fallen, entschieden sich die Menschen zu einer verzweifelten Gewalttat. Ein blinder alter Weiser erinnerte sich an das Geheimnis eines alten Elfenzaubers, mit dem er eine furchtbare Steinlawine in den Bergen herbeiführte. Der Eingang zum alten Heiligtum der Dunkelelfen wurde mit Steinen zugeschüttet und sie wurden zu Gefangenen des alten Tempels...
 
Die Elfen erzitterten unter dem unerträglichen Gebrüll der herabstürzenden Felsen. Die geheimsten Ängste, die tief in ihren Herzen schlummerten, wurden wahr: das Heiligtum, das eigentlich ihre Rettung sein sollte, verwandelte sich binnen einem Augenblick in ihr Grab. Die Wasserreserven und Lebensmittel gingen langsam zur Neige - der Hungertod erstreckte sich wie ein dunkles Tuch über die Königin und ihre Anhänger.
 
Und schon eine Woche später konnte jeder Elfenkrieger es fühlen. Sie entkamen dem Feuer in der Nähe von Leiton, nur um hier im Heiligtum zu sterben?! Der Hunger verschlang die Elfen von innen, vergiftete ihren Verstand und entzog ihnen die Ruhe. An jedem neuen Tag endete das Leben eines Kriegers und im Wahnsinn fingen die unglücklichen Elfen damit an, sich selbst zu retten und das Aas der Verstorbenen zu essen. Die Körper der Toten wurden zur Nahrung für ihre Kameraden, die vor Schwäche durch den Hunger kaum noch stehen konnten. Sie distanzierten sich von ihren Grundsätzen während sie das Fleisch ihrer toten Brüder aßen, besessen vom Wahnsinn und dem Streben um jeden Preis zu überleben. Die Angst vor dem Tod vergiftete ihre Seelen und sogar die stolzesten und standhaftesten unter ihnen wurden in die Knie gezwungen… Eine Aura von Hass und Bosheit umhüllte das alte Heiligtum. Der Geruch des Todes konnte rundherum wahrgenommen werden. Und dann kam er zu ihnen...
 
Die Dunkelelfen haben seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen, der Namenlose, der nun zu ihnen kommen würde - der Gott der Toten und Verdammten. Einst hat er einen Vertrag mit dem großen König Magisch geschlossen und nun beabsichtigte er die Seelen der Dunkelelfen zu versklaven.
 
Die einst majestätische und schöne Andorven, die junge Königin des elfischen Volkes lehnte dreimal den Vorschlag der dunklen Gottheit ab. Aber eines Tages nach dem nächsten blutigen Gelage war Andorven zu sehr gequält vom Ekel und dem Hass auf ihre Tat und so rief sie den dunklen Gott und bat ihn ihrem Volk zu helfen, den schmerzhaften Hunger zu überwinden. Die Elfen waren zu stolz, sich direkt dem Tod zu stellen und der heimtückische Gott ließ es sich nicht entgehen, dies auszunutzen. Er versprach den Dunkelelfen sie von dem unstillbaren Durst nach totem Fleisch zu befreien. Mit bebender Stimme sprach die blasse Königin den Fluch des Gottes der Toten und Verdammten und mit jedem Wort wurde ihr Körper kühler und die Atmung langsamer. Als der letzte Ton des Zaubers ihre blutleeren Lippen verließ, blieb ihr Herz und die Herzen ihres Volkes stehen. Die letzten Vertreter des Volkes der Dunkelelfen von Feo wurden in Untote verwandelt.
 
Der verräterische Gott hat den Wunsch der Elfenkönigin erfüllt: Ihr Volk hat nun den Hunger für immer vergessen...
 
Dessen bewusst, was geschehen war, schwor Andorven, die vom Hass auf alle Lebewesen erfüllt war, dass niemand jemals etwas über ihre Schande herausfinden sollte. Der Hunger zeriss nun nicht mehr ihr Volk, aber ihre Seelen wurden vom Gott der Toten und Verdammten gestohlen. Viele von ihnen wollten ihr Schicksal nicht akzeptieren und die Dunkelelfen begannen sich die unsterbliche Rasse zu nennen und leugneten, dass sie sowohl der lebenden als auch der toten Welt angehörten. Und vielleicht hätten die Bewohner von Feo diese Geschichte niemals herausgefunden, wenn nicht nach einigen Jahrhunderten ein furchtbares Erdbeben den Weg zum Heiligtum freigelegt hätte. Die freiwilligen Eremiten haben entschieden, den Tempel nicht zu verlassen, aber sie leisteten einen Schwur, dass jeder der das Heiligtum betritt, es nicht mehr lebend verlassen soll. Das Geheimnis der unsterblichen Elfen sollte die Wände des alten Tempels nicht verlassen...
 
 


 

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