Meine geliebte Blou,
ich weiß nicht, ob dieser Brief dich erreicht. Morgen marschiere ich wieder unter Erafarius’ Banner. Man sagt, wir kämpfen, um die Kontinente der Menschen zu schützen. Man sagt, die Magmaren seien die Gefahr. Ich habe diese Worte lange geglaubt.
Seit ich dich kenne, zweifle ich.
Es ist leicht, von Feinden zu sprechen, solange man kein Gesicht vor Augen hat. Doch ich sehe deines. Wenn ich mein Schwert anlege, denke ich daran, dass irgendwo jenseits unserer Linien dein Herz schlägt und dass ich geschworen habe, genau gegen dieses Herz in den Krieg zu ziehen.
Ich habe Angst. Nicht vor Striagorn. Nicht vor dem Feuer. Sondern davor, dich eines Tages im Rauch zu erkennen. Davor, dass Pflicht und Liebe im selben Augenblick aufeinandertreffen.
Wenn ich zurückkehre, dann mit dem Wissen, dass ich etwas Verbotenes geliebt habe. Und wenn ich nicht zurückkehre, dann sollst du wissen, dass mein letzter Gedanke nicht dem Krieg gehörte.
Er gehörte dir.
Ich liebe dich, Blou.
Dein Shodu.
Mein geliebter Shodu,
man sagt mir, dass ich kämpfen muss. Dass Menschen und Magmaren niemals Freunde sein können, niemals sich lieben dürfen. Und doch finde ich mich in Gedanken bei dir. Bei deinem Gesicht, deinem Blick, der mir mehr Wärme schenkt, als das Feuer meiner Heimat je könnte.
Ich weiß, dass wir beide Pflichten haben, die wir nicht wählen konnten. Doch ich bete, dass wir trotz allem nicht gezwungen werden, uns selbst zu verraten. Dass wir uns irgendwo zwischen den Linien sehen und nur die Liebe spüren, nicht den Hass, den unsere Welten uns lehren.
Wenn ich kämpfen muss, wird mein Herz bei dir sein, Shodu. Wenn alles um uns in Flammen steht, soll wenigstens eines wahr bleiben: Dass eine Magmar dich geliebt hat, ohne Angst, ohne Reue. Dass unsere Liebe stärker war als Drachen, Krieg und Regeln.
Ich liebe dich, Shodu. Und das werde ich immer tun.
Deine Blou.
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